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Konfirmation PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kathrin Frowein   
Donnerstag, den 13. Oktober 2016 um 15:03 Uhr

Liebe Brüder und Schwestern,

am Ende vom Konfikurs gibt es eine Prüfung.

Psalm 23, das Glaubensbekenntnis, die zehn Gebote, die Sakramente und ihre Bedeutung, das Vaterunser....

Die Konfirmanden mussten das an Stationen mit den Konfileitern besprechen, und wenn die fanden, der Konfi/die Konfirmandin weiß genug zu dem Thema, dann haben sie eine Unterschrift gegeben. Und wer alle Stationen durch hatte und mit den Zetteln zu mir kam, der hat bestanden.

Und dann kamen die Konfis und haben mir die Zetel gezeigt und gefragt, dürfen wir die behalten?

Ich hab mich gewundert, freilich, bitte, aber wozu?

Und die Konfi wurden ein bißchen verlegen und sagten:

da sind jetzt die Unterschriften von allen Leitern drauf, und die wollen wir aufheben...

Mann, ich plag mich, denen was kostbares beizubringen,

und auf was kommts ihnen an?

- auf die Autogramme.

Und genau so wird es uns allen mal gehen, wenn wir im Rückblick beurteilen, was entscheidend war für unser Leben: mit allem möglichen haben wir uns rumgeschlagen, uns Mühe gegeben,

und auf was wird es ankommen? vielleicht auf ganz was anderes, als wir gemeint haben.

Nicht ob wir gut ausschauen, und nicht, ob wir gute Noten haben, und nicht, ob wir cool sind oder reich oder klug.

Sondern auf ganz was anderes. Auf den Glauben.

"Habts was gelernt im Konfirmandenkurs?", hab ich euch gefragt.

und mehrere haben gesagt, ich hab echt nicht gewusst, dass das mit dem Glauben so wichtig ist.

Mit dieser Antwort bin ich schon hoch zufrieden, das ist wichtiger als Psalm 23 und das Glaubensbekenntnis zusammen: dass das mit dem Glauben wichtig ist.

Vielleicht kommt uns der Glaube jetzt manchmal nebensächlich vor -

aber am Ende gibt es nichts wichtigeres als die Frage nach Gott.

(Es sei denn, es gibt ihn nicht. Okay.

Aber wenn es ihn gibt - dann gibt es nichts wichtigeres!)

Dass man a bisserl was über ihn weiß,

dass ma sich immer mal wieder mit ihm beschäftigt

und vor allem, dass man ein bißchen Vertrauen fasst zu ihm

und ihm näher kommt.

Und ihn auch näher an sich selber heranlässt,

ihn bisschen Einfluss nehmen lässt auf das eigene Leben,

und sich nach ihm richtet.

Letztlich soll Gott in euer Leben treten, wie die großen Jugendlichen jetzt im Kurs in euer Leben getreten sind. Vielleicht habt ihr sie am Anfang noch gar nicht besonders gekannt. Vielleicht habt ihr euch gefragt, warum befassen die sich mit uns? warum machen wir Spiele miteinander? wieso kochen die für uns? Sehr seltsam...

Aber mit der Zeit seid ihr bisschen vertraut geworden miteinander.

Und ihr habt gemerkt, die spielen mit uns und die kochen für uns,

die sorgen für uns und sind für uns da -

einfach nur, weil sie es gut mit uns meinen.

Einfach nur, wie es einer beim Schlussgottesdienst auf der Freizeit gesagt hat,

"es macht Spaß, für euch da zu sein."

So geht es Gott auch.

Er meint es gut mit euch.

Es macht ihm Spaß, für euch da zu sein.

Auf der Konfirmandenfreizeit jetzt in den Sommerferien war es ja phasenweise sehr lebhaft;

nachts, zum Beispiel, draußen, als die Ines entführt worden ist und ihr sie wieder befreien solltet; ich war am Haus zurückgeblieben und hab sie nur immer mal irgendwo in de Dunkelheit schreien gehört....

oder bei strahlendem Sonnenschein am Pool;

immer haben sie auf die Frisuren geachtet und aufs Outfit, Jungs und Mädchen,

aber am Pool war das plötzlich wurscht, Frisuren, Make-up, Klamotten, egal, und sie sind unermüdlich gehüpft und getaucht und geplanscht und gekreischt...

Gegen Ende der Freizeit gab es aber eine ganz andere Einheit.

Da wurde es ganz still und friedlich im Haus.

Da haben sie sich immer zu zweit zurückgezogen, man hat sie allenfalls flüstern gehört, und sie haben gegenseitig Gipsabdrücke gemacht von den Gesichtern.

Da liegt jeweils einer da, Augen zu, und der andere legt den nassen Gips auf und streicht ihn vorsichtig glatt, immer wieder, viele Lagen... wenn das ganze trocken ist, kann man es abnehmen.

Und dann Platz wechseln.

Ich war ganz gerührt: alle haben den Mund gehalten, die Augen geschlossen, sich dem anderen anvertraut, sich anlangen lassen...

zwei haben sogar während der Trockenphase den Platz gewechselt.

Der mit der Gipsmaske war also blind.

Der andere hat ihn nicht etwa am Arm genommen und geführt,

sondern er hat mit deutlichem Abstand per Zuruf dirigiert: gradeaus...weiter rechts....weiter links... Und der andere hat sich den Anweisungen nach vorangetastet.

Das ist Vertrauen! Vor allem, weil der, der ihn dirigiert hat, dauernd rechts und links verwechselt hat. Aber sie sind heil angekommen am Ziel. Da hat sich einer ganz auf de anderen verlassen.

So ein Gottvertrauen möcht ich euch wünschen.

So eine tiefe Vertrautheit mit Gott, dass ihr euch leiten lasst, zur Not sogar blind,

und mit seiner Hilfe und Anweisung heil ankommt im Ziel.

"Der Herr ist mein Hirte!",

am Psalm 23 trennte sich ja unser Konfikurs in die Schülerinnen und Schüler von Herrn Greese und alle anderen - die vom Herrn Greese kennen den Psalm 23 im Schlaf. Die anderen müssen ihn lernen.

Und ich finde, auch alle Eltern und Großeltern sollten den Psalm 23 kennen,

den könnten die Konfirmierten heute nachmittag all ihren Festgästen beibringen!

Denn mehr und mehr müssen alle Mütter und Väter jetzt ihre Söhne und Töchter frei lassen, können nicht mehr auf Schritt und Tritt für sie sorgen und alle Schwierigkeiten lösen oder gleich fernhalten;

als Mütter und Väter kommen Sie jetzt mit ihren Möglichkeiten an ihre Grenzen.

Aber jedes Schäfchen aus Gottes Herde hat ja nicht nur ein Mutterschaf und ein Vaterschaf, hat nicht nur die vielen Verwandten aus der Herde drumrum - sondern alle haben außerdem noch einen Hirten.

Alle Jugendlichen hier haben als Unterstützer ihre Familie und Freunde,

auch die Jugendleiter, manchen Lehrer vielleicht oder Paten, oder Trainer;

und ihr habt - wie einen guten Hirten, außerdem noch den lebendigen Gott als den stärksten Unterstützer des Universums an eurer Seite.

Bei der Taufe hat Gott die Hand nach jedem und jeder von euch ausgestreckt und gesagt,

"komm, wir zwei meistern dein Leben gemeinsam.

Wenn du das willst."

Und seither hat Gott gewartet. Auf deine Reaktion. Darauf, ob du einschlagen willst in sein Angebot, ob du deine Hand in seine legen und dich ihm anvertrauen willst.

Drei von euch haben gestern abend schon selbst bewusst Ja gesagt, haben eingeschlagen und sich taufen lassen; ihr anderen seid als Kinder getauft worden und werdet jetzt erstmals selber gefragt,

wollt ihr denn eigentlich evangelisch sein?

Wollt ihr in Gottes Herde bleiben, wollt ihr auf ihn vertrauen?

Vielleicht kommt euch diese Frage letztlich nebensächlich vor an diesem Tag.

So viel anderes muss bedacht werden,

vorbereitet werden,

und die Gäste sind gekommen

und die Frisur muss sitzen

und es muss was zum Essen geben

und vielleicht auch Geschenke...

Aber der eigentliche Knackpunkt, das wichtigste dieses Tages,

dieses Konfirmationsfestes, ist deine Antwort, ob du auch in Zukunft mit Gott leben willst.

Ich frag euch nachher.

Ich hoffe, ihr antwortet alle: Ja, mit Gottes Hilfe.

Und am Ende, davon bin ich überzeugt, ist das die wichtigste Frage, die dir im Leben je irgendjemand stellen wird,

und sie stellt sich letztlich jeden Tag wieder:

lebst du mit Gott? Glaubst du an Gott? Lässt du Gott mitbestimmen in deinem Leben? Vertraust du ihm? Willst du ihm die Führung überlassen und ihn an die erste Stelle stellen?

Ich hoffe: Ja, mit Gottes Hilfe.

Und der Friede Gottes...

 

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